Mehr Frauen bei Raiffeisen
Lange Zeit war der Frauenanteil in den Funktionärsgremien der Raiffeisenorganisation in Österreich gering. Als der Funktionärinnen-Beirat des Österreichischen Raiffeisenverbandes 2014 ins Leben gerufen wurde, lag der Anteil von Frauen in den Aufsichtsgremien der Raiffeisen Bankengruppe bei lediglich rund 8,5 Prozent. Die Aufgabe des neu gegründeten Beirats war klar: Frauen gezielt zu fördern, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen und ihnen Zugang zu den maßgeblichen Entscheidungs-strukturen der Genossenschaft zu ermöglichen. Der Beirat vereint seither engagierte Funktionärinnen aus allen Bundesländern. Er versteht sich als Plattform für Austausch, Vernetzung und Frauenförderung – mittlerweile sogar über den Bankensektor hinaus. Auch Genossenschaften wie Lagerhäuser und Molkereien zählen zu den zentralen Zielgruppen dieser Initiative.
25 % bis 2025
Ein wesentlicher Meilenstein war die Zielsetzung „25 Prozent Frauen in den Gremien bis 2025“. Begleitet wurde dieser Anspruch durch vielfältige Maßnahmen: Netzwerke, Veranstaltungen sowie Kommunikationskampagnen, die weibliche Vorbilder sichtbar machten. Elf Jahre nach der Gründung zeigt sich der Erfolg deutlich: Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien der Raiffeisen-banken ist österreichweit auf rund 25 Prozent gestiegen – das gesteckte Ziel wurde damit erreicht.
Oberösterreich als Vorreiter
Eine besonders dynamische Entwicklung verzeichnet Oberösterreich. Hier wurde die 25-Prozent-Marke bereits früh überschritten. Schon 2023 lag der Frauenanteil über dem angestrebten Zielwert, und nach Abschluss der jüngsten Neuwahlperiode beträgt der Anteil der Frauen in den Gremien nun 30 Prozent. Auch der Raiffeisenverband Oberösterreich selbst kann auf positive Veränderungen verweisen: Nach den Neuwahlen Mitte März 2026 soll das Funktionärsgremium zu einem Drittel weiblich besetzt sein.
Vielfalt als Zukunftsaufgabe
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt klar: Zielgerichtete Netzwerke, sichtbare Vorbilder und klare Vorgaben können traditionelle Strukturen öffnen und neue Perspektiven ermöglichen. Der eingeschlagene Weg stärkt nicht nur die Gleichberechtigung, sondern auch die Vielfalt in den Entscheidungsstrukturen – ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit genossenschaftlicher Organisationen.